Jürg A. Rutishauser

Artenschutz bei der SIKO (Sicherheitskontrolle)
von Jürg A. Rutishauser

Jede Sikoianerin und jeder Sikoianer weiss oder sollte wissen was es mit dem Artenschutz auf sich hat: Findet man beispielsweise im Handgepäck ein ausgestopftes Krokodil, so fragt man den Passagier nicht etwa, wie viel er dafür will. Auch nimmt man ihm die Beute nicht einfach ab und steckt sie in die Hosentasche. Nein, es ist der Zoll zu alarmieren. Der kommt dann innert Minuten vor Ort und erledigt die Angelegenheit. Eventuell.
Auch weiss jeder von der SIKO, welche Tiere denn unter den Artenschutz fallen. Oder etwa nicht? Artenschutz umfasst den Schutz bestimmter, aufgrund ästhetischer oder ökologischer Prinzipien als schützenswert erachteter, wild lebender Tier- und Pflanzenarten durch den Menschen.
Allein knapp 1900 Amphibienarten stehen auf der berühmten, roten Liste. Wenn ihr sie nicht alle kennt, fragt ruhig euren SC oder den Bereichsleiter...

Eine uns allen bekannte Spezies sucht man aber auf der roten Liste vergeblich. Auch wenn sie dringend dorthin gehörte: Das Männchen des "Am-Sonntagmorgen-früh-aufstehenden-Sikomaten".
Diese sind schon fast ausgestorben. Wenn man aber Sonntagmorgens ab vier Uhr geduldig vor der Dispo lauert, kann man sie ganz vereinzelt zwischen den zahlreichen Weibchen beobachten, wie sie in ihrem blauen Kleid auf die Jagd nach Einkommen und Quoten gehen. Gegen sechs Uhr werden sie dann etwas häufiger.
Legt man sich öfter auf die Lauer, so lernt man die einzelnen Exemplare trotz gleicher Kleidung zu unterscheiden und erkennt bald, dass es immer wieder dieselben Männchen sind, die um diese Zeit im Revier umherstreifen.
Wenn wir die SIKO erhalten möchten, brauchen wir diese Männchen. Da heisst es, sie zu schützen und zu hegen, so gut wie's nur geht.

Aber was kann getan werden, damit diese wichtige Art nicht ausstirbt?
Die Monatsplanung kann vermehrt darauf schauen, dass auch wirklich jedes Männchen zwei Mal pro Monat am Sonntag früh aufsteht.
Die Dispo muss darauf aufpassen, dass einzelne Männchen in Vierercrews unterkommen und nicht in Fünfercrews, wo sie Stundenlang alleine für zwei Detektorbögen in den Kabinen dem Abnutzungskampf gegen die Passagiere ausgesetzt sind.
Die Ausbildung sollte vermehrt Männchen rekrutieren und denen auch klarmachen, dass sie eine schützenswerte Spezies sind, die am Sonntag früh auf die Jagd nach Quoten gehen müssen. Wenn wir nicht aufpassen, dann gibt es bald keine Männchen dieser Gattung mehr. Was dann?


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